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Die Bettenburg, das Wahrzeichen der Haßberge, liegt auf derem
westlichen Höhenzug, auf einem 326 m hohen bewaldeten Bergrücken,
der sich ins weite Nassachtal hinausschiebt.
Die Bettenburg wird 1231 erstmals urkundlich erwähnt. Geschichtlich
belegt ist auch, dass das Hochstift Bamberg die Burg als Reichslehen
erhalten hatte. Als Belohnung für seine Unterstützung
in einer Fehde verpfändete das Bistum die Burg an den Grafen
Hermann von Henneberg. Da das Pfand nicht eingelöst wurde,
kam die Burg durch die Henneberger im Erbgang an die Herzöge
zu Sachsen-Coburg. Diese übertrugen sie 1343 an die Freiherren
Truchseß zu Wetzhausen, einem uralten fränkischen Adelsgeschlecht.
In deren Besitz befindet sie sich noch heute, nach über 650
Jahren. Im Bauernkrieg 1525 wurde auch die Bettenburg zerstört,
sicher schon deswegen, weil Heinz Truchseß von Wetzhausen
das Würzburgische Heer gegen die Bauern anführte.
Wie die Chronik berichtet, musste für die zerstörte Burg
ein Schadensersatz von 10 632 Gulden geleistet werden. Mit diesem
Betrag wurde die einstige Wehranlage wieder als Wohnburg errichtet.
Sie besteht aus dem schlichten Hauptbau mit hohen Staffelgiebeln
und dem runden Treppenturm auf der Rückseite, an den sich zwei
Wirtschaftsflügel um den Hof anschließen. Das Torhaus
trägt die Jahreszahl 1627, was auf spätere Zu- und Umbauten
hinweist. Das Eingangstor zu dem dreigeschossigen Hauptbau befindet
sich an der östlichen Längsseite. Über seinem Rundbogen
ist eine kleine Steintafel mit den Ehewappen Truchseß von
Wetzhausen und von Wechmar sowie die Jahreszahl 1537 eingelassen.
Südöstlich vom Hauptbau liegt das eingeschossige Gutsverwalterhaus
mit geschweiften Giebeln.
Der Dreißigjährige Krieg verschonte die Bettenburg.
In den letzten Jahren hat sie jedoch häufig ihre Bestimmung
und ihre Bewohner gewechselt: Vom Schullandheim und Kinderlandverschickungsheim
während des letzten Krieges, über ein Flüchtlingsdurchgangslager,
ein Altersheim nach Kriegsende und ein Hotel in neuerer Zeit zu
der heutigen Nutzung durch die Drogenhilfe e. V., Tübingen,
an die das gesamte Anwesen vermietet wurde. Es ist deshalb für
Besucher nicht mehr zugänglich.
Dietrich Truchseß von Wetzhausen, der 1755 auf Schloß
Bundorf geboren wurde und auf der Bettenburg lebte, machte sie zu
einem Mittelpunkt des geistigen Lebens seiner Zeit - ein "Weimar
der Haßberge". Viele berühmte Männer trafen
sich in der Bettenburger Tafelrunde: die Dichter und Schriftsteller
Jean Paul, de la Motté-Foque, Gustav Schwab, die Liederkomponisten
Ludwig Spohr und Albert Methfessel, der Shakespeare-Übersetzer
Heinrich Voß und der Philosoph Friedrich Schelling. 1806 kam
auch der damals achtzehnjährige Student Friedrich Rückert
auf die Bettenburg, der in Christian Truchseß einen väterlichen
Freund fand.
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